Infos zur privaten Krankenversicherung

Optimaler Gesundheitsschutz und flexible Leistungsmodelle

Jeder möchte für sich und seine Familie die optimale Gesundheits- und Unfallversorgung. Oft lohnt sich dabei der Blick auf die privaten Krankenversicherungen. Im Gegensatz zu gesetzlichen Varianten der Krankenversicherung können Sie bei privaten Anbietern die Leistungspakete flexibel und individuell auf Ihre Ansprüche zuschneiden.

Zu den Vorteilen der PKV gehören beispielsweise die freie Arzt- und Krankenhauswahl, eine bessere Unterbringung in Krankenhäusern, umfassendere Diagnostik und Vorsorge oder die Erstattung von Heilpraktikerkosten.

Selbst wenn Sie gesetzlich versichert bleiben möchten oder müssen, ist in vielen Fällen der Abschluss einer privaten Zusatzversicherung eine Alternative.

Vielfältige Leistungspakete entsprechend der persönlichen Ansprüche

Die Leistungen in den jeweiligen Tarifen der privaten Krankenversicherungen sind vielfältig und variieren in Struktur und Preis. Wichtig für Sie ist daher, sich vorab genau zu überlegen, welche Ansprüche Sie an Ihre Krankenversicherung haben, und welche Leistungen Sie nutzen möchten. Bei der PKV haben Sie dabei insbesondere auch die Möglichkeit, für das Alter umfassende Vorsorgevorkehrungen zu treffen.

Auch nach dem Eintritt in die PKV können Leistungen nachträglich an Ihre Wünsche angepasst werden, allerdings kann die PKV in diesem Fall eine Gesundheitsprüfung verlangen und etwaige Zusatzleistungen verweigern, wenn bereits eine Vorerkrankung besteht. Es ist daher ratsam, schon beim Eintritt in die PKV einen Tarif mit all den Leistungen zu wählen, die für Sie in den kommenden Jahrzehnten wichtig werden könnten. Einmal vertraglich vereinbarte Leistungen dürfen im Nachhinein seitens einer privaten Krankenversicherung nicht gekürzt werden.

Vorteile von privaten Krankenversicherungen

Ambulant*
  • Freie Arztwahl und Facharztwahl
  • Oft schnelle Terminvergabe und kürzere Wartezeiten, auch bei Fachärzten
  • Volle Erstattung verordneter Medikamente, Impfungen und Hilfsmittel
  • Erstattung von ärztlich verordneten Heilbädern, Massagen, Inhalationen, Wärme- oder Lichtbehandlungen
  • Erstattung von Heilpraktikerleistungen
  • Umfassende Vorsorge
  • Umfassende Leistungen für Kieferorthopädie und Zahnersatz
  • Leistungen für Seh- und Gehilfen, Hör- und Sprechgeräte
Stationär*
  • Freie Wahl des Krankenhauses
  • Bessere Unterbringung im Krankenhaus – oft auch Einzelzimmer
  • Anspruch auf Betreuung durch Chefärzte
  • Keine Zuzahlung bei stationärer Behandlung
Allgemein*
  • Leistungen im europäischen und nichteuropäischen Ausland und Kostenübernahme eines Krankenrücktransports
  • Option der Beitragsrückerstattung, wenn in einem bestimmten Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen wurden
  • Anpassung des Leistungspakets an die Bedürfnisse der oder des Versicherten
*Einzelne Leistungen der PKV variieren je nach Tarif und Anbieter.

Für wen sich ein Wechsel in eine PKV lohnen kann

  • Beamtinnen und Beamte
  • Gutverdienerinnen und Gutverdiener
  • Junge, gesunde und alleinstehende Menschen
  • Personen, die sich viel im Ausland aufhalten
  • Studentinnen und Studenten

Ob der Wechsel in eine PKV sinnvoll ist, hängt von Ihren persönlichen Lebensumständen ab.

Insbesondere für Beamtinnen und Beamte ist der Eintritt in die private Krankenversicherung naheliegend: Derart Beschäftigte sind beihilfeberechtigt, das heißt, der Arbeitgeber übernimmt für sie und ihre nicht berufstätige Familienangehörige zwischen 50 % und 80 % der PKV-Heilkosten. Dementsprechend zahlen privat krankenversicherte Beamtinnen und Beamte für sich und ihre nicht berufstätigen Familienangehörigen nur eine Restkostenversicherung oder Teilversicherung.

Bleiben Verbeamtete freiwillig in der GKV, erhalten sie vom Arbeitgeber keinen Krankenversicherungszuschuss, lediglich der Pflegeversicherungssatz wird anteilig übernommen. Das Gleiche gilt für Beamtenanwärterinnen und Beamtenanwärter, Berufsrichterinnen und Berufsrichter, Soldatinnen und Soldaten und deren Familienangehörige.

Allgemein gilt: Je jünger und gesünder die Versicherungsnehmerin oder der Versicherungsnehmer, desto niedriger die monatlichen PKV-Beiträge – auch für Leistungen, die weit über die einer GKV hinausgehen. Für alleinstehende, kinderlose Gutverdienerinnen und Gutverdiener ist der Beitritt zur PKV ebenfalls eine lohnenswerte Alternative: Der monatliche PKV-Beitrag wird entsprechend des vereinbarten Leistungspakets erhoben, er ist gehalts- unabhängig – im Gegensatz zu dem der gesetzlichen Krankenversicherungen. Im Unterschied zu gesetzlichen Krankenkassen können privat versicherte Mitglieder ihre Angehörigen nicht kostenfrei mitversichern. Einige private Anbieter bieten allerdings verschiedenartig gestaltete Familientarife an.

Halten Sie sich viel im Ausland auf, könnte ein Wechsel für Sie relevant sein: PKV-Mitglieder haben außerhalb ihres Heimatlandes je nach Tarif meist optimalen Versicherungsschutz, in gesetzlichen Krankenversicherungen hingegen greift dieser oft auch bei kurzen Dienst- und Urlaubsreisen nicht.

Für Studentinnen und Studenten gibt es ebenfalls besondere PKV-Tarife. Diese fallen je nach Anbieter sehr unterschiedlich aus, sind aber in der Regel günstiger als reguläre Tarife privater Versicherungsunternehmen. Ob sich der Wechsel lohnt, muss im Einzelfall entschieden werden.

Kostenfreier Wechsel zur PKV - Wer ist berechtigt?

  • Beamtinnen und Beamte – 50 % bis 80 % der PKV-Heilkosten werden vom Arbeitgeber getragen – auch für deren nicht-selbstständige Angehörige
  • Selbstständig Tätige
  • Freiberuflich Tätige
  • Individuen mit einem Brutto-Einkommen von mehr als 56.250 € im Jahr 2016
  • Studentinnen und Studenten, wenn sie den Wechsel innerhalb der ersten drei Studienmonate beantragen oder mindestens 30 Jahre alt sind

Ein Wechsel zur PKV ist für Sie in der Regel kostenfrei und dann möglich, wenn bei Ihnen keine Versicherungspflicht in einer GKV besteht. Dies gilt, wenn Sie verbeamtet, selbstständig oder freiberuflich beschäftigt sind. Liegt Ihr Jahreseinkommen 2016 bei mehr als 56.250 € brutto, können Sie ebenfalls einer PKV beitreten (2015: 54.900 €). Auch Studentinnen und Studenten können sich für die Dauer ihres Studiums privat versichern, wenn sie dies innerhalb der ersten drei Monate nach Studienbeginn beantragen oder mindestens 30 Jahre alt sind. Versicherungsanbieter bieten oft besondere Studententarife an, die je nach Einkommenshöhe und persönlichen Umständen für Studierende relevant sein könnten.

Ist ein Wechsel zur PKV für Sie ausgeschlossen, können Sie bei Bedarf eine private Zusatzversicherung abschließen, um so Sonderleistungen privater Krankenversicherungen zu erhalten – etwa für Pflegekosten, zahnärztliche Behandlungen oder Versorgungsschutz im Ausland.

Kostenabrechnung und Beitragsrückerstattung in der PKV

Prämien optimal nutzen

PKV-Mitglieder können Allgemeinmediziner und Fachärzte frei wählen und bekommen von diesen die Rechnungen direkt zugeschickt. Die Rechnungen beziehungsweise Zahlungsbelege legt die Versicherungsnehmerin oder der Versicherungsnehmer der privaten Krankenversicherung vor – ebenso wie die Belege über eingelöste Rezepte. Die PKV erstattet anschließend die Kosten – je nach Tarif im vollen Umfang. Handelt es sich bei der Heilleistung um einen Krankenhausaufenthalt, werden anfallende Rechnungen in der Regel direkt von der PKV beglichen.

Im Unterschied zur GKV gibt es bei privaten Versicherungsunternehmen auch die Option der Beitragsrückerstattung, falls in einem gewissen Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen wurden. Das heißt, Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer bekommen gegebenenfalls einen Teil der eingezahlten PKV Prämien zurück. Je nach Höhe dieses Rückerstattungsbetrags lohnt es sich, einzelne, besonders günstige Heilkosten selber zu tragen – wenn der Rückerstattungsbetrag für den bemessenen Zeitraum höher ist als die Rechnungen selbst.

Private Krankenversicherung im Angestelltenverhältnis

Das zahlt der Arbeitgeber

Auch in einem Angestelltenverhältnis ohne Beihilfeberechtigung zahlt Ihr Arbeitgeber Ihnen die Hälfte der Zuschüsse zur privaten Krankenversicherung – bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, der dem der GKV entspricht. An der Pflegeversicherung beteiligt sich der Arbeitgeber ebenso. Insbesondere für Personen, die ein hohes Gehalt beziehen, ergeben sich dadurch Vorteile, denn die private Versicherungsprämie richtet sich auch bei steigendem Gehalt nicht nach der Höhe des Einkommens.

Gesetzlich Versicherten hingegen wird stets ein proportional gleichbleibender Prozentsatz von ihrem Gehalt abgezogen und an die GKV überführt – unabhängig davon, wie hoch dieses Gehalt ist. Seit dem 1. Januar 2015 liegt dieser Prozentsatz bei 14,6 % - Arbeitnehmerin beziehungsweise Arbeitnehmer und Arbeitgeber zahlen davon je 7,3 % des Brutteoeinkommens. Hinzu kommt seit 2015 außerdem ein von den Kassen erhobender, einkommensabhängiger Zusatzbetrag, 2016 liegt dessen Höhe bei durchschnittlich 1,1 %.

So errechnen sich Ihre monatlichen Beiträge in der PKV

Im Unterschied zu den gesetzlichen Krankenkassen werden die monatlichen Beiträge in der PKV nicht prozentual anhand des monatlichen Gehalts berechnet, sondern anhand der persönlichen Voraussetzungen der Versicherungsnehmer bei Versicherungsbeginn. Neue Mitglieder in der privaten Krankenversicherung werden entsprechend ihres Alters und Gesundheitszustandes eingestuft. Dabei gilt: Je jünger und gesünder Sie sind, desto niedriger fallen in der Regel Ihre monatlichen Prämien aus.

Laut einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs müssen dabei seit Beginn des Jahres 2013 aufgrund der Geschlechtergleichstellung Unisex-Tarife angeboten werden. Vorab lagen die PKV Prämien für Frauen oft vergleichsweise höher, da Sie eine statistisch längere Lebenserwartung haben und die Heilkosten während und nach einer Schwangerschaft oft hoch sein können.

Private Krankenversicherungen operieren nach dem Alterungsrückstellungs-Modell, das vermeiden soll, dass sich die Beiträge für Versicherte mit zunehmendem Alter entsprechend der meist verstärkten Leistungsinanspruch- nahme unproportioniert erhöhen. Die Beiträge werden geglättet, indem bereits jüngere Versicherungsnehmer höhere Beträge zahlen, so dass die Prämien auch über einen langen Zeitraum konstant bleiben können.

Die Beitragserhebungen werden dabei maßgeblich durch die Vorschriften des Versicherungs-Aufsichtsgesetzes (VAG) reguliert. Werden Beiträge erhöht, so werden dabei die Alterungsrückstellungen angerechnet. Eine Erhöhung der PKV Beiträge oder Minderung der Leistung allein auf Basis des Älterwerdens der oder des Versicherten ist somit rechtlich nicht möglich.

Die Beitragshöhe einer privaten Krankenversicherung richtet sich dabei natürlich auch nach Ihren individuellen Wünschen. Also danach, welchen der zahlreichen, flexiblen Tarife Sie für sich wählen und welche Leistungen Sie beanspruchen.

Mit unserem PKV-Vergleich finden Sie den besten Tarif

Kostenfrei, übersichtlich und eine Hilfestellung bei Ihrer Entscheidung – mit unserem private Krankenversicherung Vergleich finden Sie unter den vielen Angeboten und Tarifen das optimale Leistungspaket entsprechend Ihrer Lebensumstände und Wünsche.

Private Krankenversicherungen sind wirtschaftliche Unternehmen. Sie stehen miteinander in Konkurrenz und haben nicht wie die gesetzlichen Krankenkassen bestimmte Vorgaben zu Leistung und Tarifbildung zu erfüllen. Dementsprechend unterscheiden sich auch die Angebote der einzelnen Versicherungen. Einige PKV-Unternehmen bieten beispielsweise besondere Leistungspakete für Familien oder Studenten/Studentinnen.

Nicht immer ist dabei der billigste Tarif auch der beste – insbesondere langfristig betrachtet. Je mehr Leistungen Sie schon frühzeitig in Ihren PKV-Tarif einbinden, desto mehr Vorteile haben Sie im Alter – auch im Falle später diagnostizierter, ernsthafter Erkrankungen. Einige sehr günstige PKV-Tarife sind dabei etwa nicht deckungsgleich mit denen der GKV. So beinhalten beispielsweise nicht alle billigen Angebote bestimmter Anbieter die Erstattung von Therapiekosten oder Heilkuren, die etwa von gesetzlichen Krankenversicherungen übernommen werden.

Auch für Menschen mit heilkostenintensiven Erkrankungen lohnt sich ein PKV-Vergleich, da unterschiedliche Krankenversicherer in diesen Fällen ebenfalls unterschiedliche Beiträge und Risikozuschläge errechnen.

TARIFCHECK24-Tipp

Unabhängig davon, wie Ihre persönlichen Lebensumstände aussehen – mit unserem kostenlosen PKV-Vergleich finden Sie den Tarif und die Krankenversicherung, die Ihren Leistungsansprüchen entsprechen.

Umgehung etwaiger Wartezeiten in der PKV

Möchten Sie die private Krankenversicherung wechseln, ist es wichtig, sich über etwaige Wartezeiten zu informieren. Bei diesen handelt es sich um festgelegte Zeitspannen zu Beginn des Versicherungsverhältnisses, in denen noch kein Anspruch auf Leistungen besteht. Private Krankenversicherer wollen so verhindern, dass gleich zu Vertragsbeginn kostenintensive Heilmaßnahmen in Anspruch genommen werden. Die allgemeine Wartezeit in der PKV beträgt drei Monate – haben Sie binnen dieser Zeit jedoch einen Unfall, werden entsprechende Leistungen von der PKV übernommen. Eine besondere Wartezeit gilt für Leistungen wie zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlungen, Psychotherapie oder Entbindungen. Diese Spanne ist in der Regel mit acht Monaten bemessen.

Man unterscheidet so zwischen technischem, formellen und materiellen Beginn des Versicherungsverhältnisses. Der technische Beginn markiert den Anfang der Vertragslaufzeit, ab dem Prämien gezahlt werden müssen. Die Unterzeichnung des Vertrages ist der rechtlich bindende, formelle Beginn. Heilkostenerstattungen erfolgen allerdings erst mit dem materiellen Beginn.

Wartezeiten können unter bestimmten Voraussetzungen umgangen werden – wenn Sie etwa nachweisen können, dass Sie mehr als acht Monate bei einem privaten Krankenversicherer vollversichert waren, kann bei einem nahtlosen Übergang unter Umständen die dortige Versicherungszeit auf die Wartezeit angerechnet werden. Liegt ein aktuelles Gesundheitszeugnis vor oder unterzieht man sich einer Gesundheitsprüfung – deren Kosten man in der Regel selber tragen muss – können die Wartezeiten ebenfalls im Einzelfall umgangen werden. Wichtig ist, sich über die Wartezeiten der einzelnen privaten Krankenversicherungen zu informieren, da deren diesbezügliche Geschäftsbedingungen variieren können.

PKV und private Pflege-Pflichtversicherung

Ihr Arbeitgeber zahlt Zuschüsse

Sind Sie privat krankenversichert, gehören Sie der privaten Pflege-Pflichtversicherung an. Sind Sie angestellt, übernimmt der Arbeitgeber einen Teil der Kosten. Der Beitrag wird anhand der persönlichen Gegebenheiten bei Versicherungsbeginn bestimmt – je älter ein neues Mitglied ist, desto höher ist dementsprechend auch der Betrag. Allerdings gibt es hier andere gesetzliche Bestimmungen als bei der Berechnung der monatlichen privaten Krankenkassenbeiträge: Bereits pflegebedürftige Individuen dürfen nicht ausgeschlossen werden, und Kinder müssen beitragsfrei mitversichert werden.

Die private Pflegeversicherung wurde am 1. Januar 1995 eingeführt. In der Beitragserhebung gibt es dabei Unterschiede zwischen Personen, die seit und erst nach diesem Datum einer privaten Pflegeversicherung angehören. Besteht eine diesbezügliche Mitgliedschaft ununterbrochen seit dem Einführungstermin, ist der Beitrag auf den Höchstbetrag der sozialen Pflegeversicherung begrenzt; ist die Ehepartnerin oder der Ehepartner geringfügig beschäftigt oder ohne Einkommen, darf der Betrag für beide Partner nicht mehr als 150 % des Höchstbetrags der sozialen Pflegeversicherung betragen. Sind Sie erst später beigetreten, so gibt es für Ehepartnerinnen und Ehepartner keine Vergünstigungen, allerdings darf nach einer fünfjährigen Mitgliedschaft der Beitrag nicht mehr betragen als der Höchstbetrag der sozialen Pflegeversicherung.

Private Krankenversicherung für die ganzen Familie

Kinder in der PKV

Privat Krankenversicherte können Familienangehörige nicht kostenlos mitversichern, für jedes Mitglied fällt ein gesonderter Betrag an. Einige PKV-Unternehmen bieten dabei besondere Familientarife an. Angehörige von Beamten und Beamtinnen erhalten entsprechend der Beihilfeverordnung zudem Heilkostenzuschläge zwischen 50 % und 80 %.

Für Kinder gelten dabei ebenfalls Aufnahmekriterien: Sind Erziehungsberechtigte verbeamtet, kann auch das Kind privat versichert werden. Ist das besserverdienende Elternteil privat versichert, und sind die Eltern nicht geschieden, muss das Kind sogar privat versichert werden. War das besserverdienende Elternteil drei Monate vor Geburt des Kindes privat versichert, kann dabei auch das Kind ohne Gesundheitsprüfung privat versichert werden. Es muss jedoch binnen zwei Monate nach seiner Geburt bei der PKV angemeldet werden. Die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern in der privaten Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgegeben.

Private Krankenversicherung während der Schwangerschaft

Es ist empfehlenswert, sich bereits vor Bestehen einer Schwangerschaft privat zu versichern. Ist eine neue Versicherungsnehmerin schwanger, kann die PKV besondere, im Tarif vereinbarte Leistungen entsprechend der Wartezeiten ausklammern. Dies liegt daran, dass Schwangere in Unterschied zu anderen Versicherungsnehmern besondere ärztliche Betreuung benötigen und im Einzelfall Komplikationen auftreten können. Die einzelnen PKV haben dabei unterschiedliche Angebote und Richtlinien. Zu beachten ist auch, dass Sie in dem Zeitraum, in dem Sie gegebenenfalls Elterngeld beziehen, weiterhin PKV-Beiträge abführen müssen.

Prognose - das Gesundheitswesen in Zukunft

Mehrausgaben und etwaige Auswirkungen auf private und gesetzliche Versicherungen

Aufgrund des demographischen Wandels der Gesellschaft – also durch die zunehmende Alterung der Gesellschaft und damit verbundene Mehrausgaben an Heilmitteln und Personal steigen allgemein die Kosten des Gesundheitswesens. Durch medizinische Neuerungen und höhere Löhne für Ärzte ergeben sich weitere Verteuerungen. Diese schlagen sich in den Beiträgen gesetzlicher und privater Krankenversicherungen nieder. Auch die Leistungsangebote wandeln sich entsprechend. Durch das Versicherungs-Aufsichtsgesetz (VAG) sind private Krankenversicherungen im Gegensatz zu gesetzlichen Krankenversicherungen jedoch dazu verpflichtet, einmal vertraglich festgelegte Leistungsvorgaben einzuhalten, sie dürfen nicht gekürzt oder verändert werden. GKV-Leistungen können hingegen durch Gesetzesänderungen neu bestimmt werden.

Private und gesetzliche Krankenversicherungen erheben ihre Beiträge aufgrund unterschiedlicher Prinzipien

Private Krankenversicherungen kalkulieren ihre Tarife entsprechend des individuellen Gesundheitsrisikos der Versicherungsnehmerin oder des Versicherungsnehmers. Diese Tarife beinhalten bereits die Alterungsrückstellungen. PKV sind zudem nicht in allen Fällen gesetzlich verpflichtet, neue Kunden anzunehmen.

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist der zu zahlende Beitrag durch die Höhe des Gehalts vorgegeben. Die Beitragseinnahmen finanzieren dabei die Gesundheitsausgaben. Die Mehrkosten für Leistungen werden auf alle Versicherten verteilt, es handelt sich hierbei also um ein Umlageverfahren. Sind bisherige Standards trotz staatlicher Zuschüsse nicht zu halten, können per Gesetzesbeschluss die Policen geändert werden.

Im März 2015 wurde etwa in einer ersten Lesung des Bundestags das Versorgungsstärkungsgesetz debattiert: Dieses soll unter anderem den zunehmenden Ärztemangel in ländlichen Regionen und die damit verbundenen langen Wartezeiten in der Arztpraxis insbesondere für GKV-Versicherte verbessern. Der Gesetzesentwurf sieht diesbezüglich vor, dass der Gesetzgeber verstärkten Einfluss darauf hat, wo sich Ärzte in Zukunft niederlassen dürfen; auch soll die ambulante Versorgung im Bedarfsfall von Krankenhäusern und Hochschulambulanzen übernommen werden. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KVB) befürchtet jedoch, dass dies zu einer Zentralisierung, Anonymisierung und Verschlechterung des Ärztewesens führen könnte.